Blog: Musikmetropole Hamburg

"War Handel hier nicht immer wichtiger als Musik?"
Andrey Boryko kam vor vier Jahren als Chefdirigent zu den Hamburger Symphonikern, die unter seiner Leitung deutlich an Niveau und Profil gewannen. Nun wechselt der erfolgreiche Künstler nach Düsseldorf, wird dort Chef der Symphoniker.

Die Hamburger Symphoniker unter Ihrer Leitung haben eine rasante Entwicklung vollzogen. Das war ein "winning team", warum haben Sie Ihren Vertrag nicht verlängert?
Andrey Boreyko: Die vier Jahre in Hamburg waren für das Orchester und für mich eine sehr gute Zeit, aber es ist eine normale Entwicklung, dass eine von auf Zeit angelegte Zusammenarbeit auch wieder endet. Darüber hinaus gab es auch andere Gründe: Ich wollte immer Oper dirigieren, und das war in Hamburg nicht möglich. Ich habe mir gewünscht, mit einem größeren Orchester als Chefdirigent zu arbeiten. Ein Orchester mit 75 Musikern bietet mir bei der Programmierung nicht mehr die Freiheit, die ich haben möchte. Außerdem ist es mir wichtig, große multimediale Projekte zu machen, denn ich glaube, darin liegt die Zukunft der klassischen Musik in Konzertform. In der Elbphilharmonie wird sicher sehr viel möglich sein, aber noch drei oder vier weitere Jahre auf die Elbphilharmonie warten, das wollte ich nicht. Schließlich hatte ich gehofft, das Orchester während meiner Zeit personell vergrößern zu können. Auf dem Weg zum A-Orchester sind wir jetzt sehr viel weiter als vor vier Jahren, aber die Pläne sind heute noch nicht umgesetzt.

Vor zwei Jahren haben Sie gesagt: "Es gibt viel mehr Ideen als finanzielle Möglichkeiten." Was hätten Sie gerne realisiert, wenn Geld zur Verfügung gestanden hätte?
Boreyko: Ich hätte sehr gerne ein umfangreiches Projekt mit Pantomime und Puppentheater in die Laeiszhalle gebracht, ungewöhnliche konzertante Opern präsentiert, regelmäßig Kompositionsaufträge vergeben und noch sehr viel mehr mit neuen Konzertformaten experimentiert.

In Hamburg gibt es den Anspruch, binnen 10 Jahren zu einer internationalen Musikmetropole aufzusteigen. Was zieht Sie da ausgerechnet nach Düsseldorf?
Boreyko: Die Aufgabe in Düsseldorf reizt mich sehr, weil die Düsseldorfer Symphoniker ein sehr traditionsreiches, großes, finanziell stabiles und gutes Orchester sind, weil die frisch renovierte Tonhalle ein schöner Saal ist und weil dort jedes Programm drei Mal vor fast immer voller Tonhalle wiederholt wird. In Hamburg tut sich viel, aber Musik wird nach wie vor auch woanders sehr erfolgreich gemacht! Die Pläne, zur Musikmetropole aufzusteigen, sind sehr ambitioniert, aber es reicht nicht, eine Elbphilharmonie bauen zu lassen und darüber stolz zu sein. Musik will gebraucht werden. Wenn es in dieser 1,8-Millionen-Stadt nicht genügend Menschen gibt, um z.B. bei einem Klavierabend von Ivo Pogorelich den Saal zu füllen, dann bedeutet das leider ein allgemein geringes Interesse an klassischer Musik. Es kann sein, dass diese Situation auch mit der Geschichte der Hansestadt zusammenhängt; war Handel hier nicht immer wichtiger als Musik?

Die Hamburger Symphoniker kämpfen seit Jahren um den Status eines A-Orchesters. Wären Sie geblieben, wenn es eine Heraufstufung zum A-Orchester gegeben hätte?
Boreyko: Dieses Thema hätte bei meinen Überlegungen sicher eine wichtige Rolle gespielt. Es ist für das Orchester und für die Stadt sehr wichtig, dass die versprochene Vergrößerung der Planstellenzahl bei den Symphonikern endlich und endgültig beschlossen wird, und dass die Arbeitsbedingungen des Orchesters zumindest normalisiert werden. Es ist Zeit, dass aus den Plänen jetzt konkrete Realität wird.

Was würden Sie der werdenden Musikstadt Hamburg zum Abschied wünschen?
Boreyko: Ich verabschiede mich nicht von Hamburg. In den letzten Jahren haben wir mit meiner kleinen Familie hier ein eigenes kleines Nest gebaut. Der Musikstadt Hamburg wünsche ich die Realisation der sehr ambitionierten Pläne. Ich will dazu nur sagen: Denken Sie bitte nicht, dass es "jemand für uns tun" soll. Nein, die Hamburger selbst müssen es für sich schaffen, mit viel Geduld, viel Mühe und viel Liebe. Denn unsere Musik ist für die Seele, was Wasser für den Körper ist: Ohne, geht es nur sehr kurze Zeit weiter, aber mit - lebt man lang.

erschienen in: Die Welt, Hamburg-Teil, 9. Juni 2008

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"Bei uns wird nur halbherzig in die Kultur investiert"
Durch eine unzureichende finanzielle Förderung begrenzt Deutschland seine Möglichkeiten im kulturellen Bereich, warnt Christoph von Dohnányi, Chef der NDR-Sinfoniker. Der Bau der Elbphilharmonie ist für ihn nur dann sinnvoll, wenn das Konzerthaus mit einem großzügigen Etat ausgestattet wird. Am Dienstag gastiert Christoph von Dohnányi mit dem Philharmonia Orchestra London in der Laeiszhalle. Im Gespräch mit der "Welt am Sonntag" vergleicht der 78-Jährige, der auch Chefdirigent des NDR Sinfonieorchester in Hamburg ist, das Musikleben in den beiden Metropolen an der Themse und der Elbe.

Mit dieser Tournee verabschieden Sie sich als Chefdirigent des Philharmonia Orchestra London. An welchen Erfahrungen der vergangenen elf Jahre hängt Ihr Herz heute am meisten?
Christoph von Dohnányi: Das Herz hängt an einer unglaublich freundschaftlichen und guten Atmosphäre - deshalb mache ich als lifetime Ehrendirigent ja auch weiter. Das sind alles hervorragende Musiker, die, wie sie wissen, in England sehr, sehr hart arbeiten müssen. Das bindet enorm, und das mache ich auch mit. Aber nachdem ich den Chefposten beim NDR annahm, habe ich damals gesagt, ihr müsst euch jemanden suchen, der das permanent machen kann. Nach über zehn Jahren ist es bei einem solchen Orchester auch richtig, dass man wechselt.

Philharmonia wird von den Musikern selbst getragen. Wie funktioniert das praktisch?
Dohnányi: Sie haben eine sehr effiziente Organisation und kommen mit wenig Management aus, aber für die Musiker ist es ein hartes Leben. Das Orchester ist total selbstverwaltet, es engagiert den Chefdirigenten, das Management und durch das Management indirekt auch die Gastdirigenten und Solisten. Es bestimmt einen Chairman und einen Vize-Chairman, die zusammen mit dem Management alles verwalten und organisieren. Und es entfaltet eminente Aktivitäten im Fundraising. Die brauchen Geld, das in England nicht vom Staat kommt. Dafür gibt es eine große Fantasie, sehr viel Improvisation und manchmal weit über die normalen Kräfte hinausgehende Anforderungen.

Wie lebt es sich als Chefdirigent, wenn man von seinen Musiker selbst engagiert wird?
Dohnányi: Wenn es zur Musik kommt, geht das meistens sehr gut. Wir haben Fälle gehabt, wo ich sagen musste "Kinder, in dem Raum möchte ich wirklich nicht noch mal probieren müssen." London ist furchtbar in der Beziehung. Man fährt anderthalb Stunden irgendwo hin, probiert ein paar Stunden, und fährt dann mitten in der Rushhour zwei Stunden zurück. Wenn dann der Saal nicht befriedigend ist, sagt man schon mal: "Das bitte nicht mehr." Aber man kann mit den Musikern wunderbar direkt und freundschaftlich reden, ohne dass jemand beleidigt ist, wenn man etwas kritisiert - und man selbst ist auch nicht beleidigt. Es ist eine sehr schöne Arbeitsatmosphäre.

Sind Ihre Musiker Freiberufler?
Dohnányi: Die Musiker sind Member of the Philharmonia Orchestra, werden aber pro Stunde, bzw. pro Dienst bezahlt.

London ist berühmt für seine kulturelle Szene. Was macht die Musik- und Kulturstadt London aus?
Dohnányi: Das sind diese Strukturen. Sie sehen es in den Theatern, Sie sehen es in den kleineren musikalischen Ensembles. So etwas wie Wigmore Hall, ein wunderbarer Saal, mit seinen fantastischen Kammermusik- und Liederabenden hat sonst kaum eine Stadt. Sie haben fünf große Orchester, die nebeneinander arbeiten. Sie haben die kleineren Orchester wie die London Sinfonietta. Sie haben großartige Chöre wie die London Voices - ein fantastischer Chor, der "Moses und Aaron" innerhalb von sieben, acht Proben einstudieren kann. Aber, wenn man mal kritisch rangehen will, muss man sich sehr hüten, dass es nicht zu sehr von der Hand in den Mund geht.

Philharmonia hat z.B. ein eigenes Radio und entfaltet im Bereich der Musikvermittlung Aktivitäten, von denen man hier nur träumen kann. Wie kriegen die das hin, wenn alles nur von der "Hand in den Mund" geht?
Dohnányi: Man kann die Strukturen in Ländern nicht ad hoc ändern. Sie können nicht plötzlich sagen, die Deutschen müssen genauso arbeiten wie die Engländer. Das würde nicht funktionieren. Ähnlich wie die Engländer mit unseren Mechanismen nicht umgehen könnten. Das ist eine sehr individuelle Art, die die Engländer auszeichnet. Der Mann, der die Medien dort macht, ist ein junger Bursche Mitte zwanzig. Ein genialischer Kerl, der das alles allein auf die Reihe bringt. Solchen Leuten gibt man dort große Chancen. Es gibt Möglichkeiten des Quereinsteigens. Es kann sein, dass einer eigentlich Theologie studiert hat, und plötzlich kommt er und macht so etwas. Die Lebendigkeit der Struktur ist dort sehr groß. Aber, die Orchester müssen auch einfach so arbeiten, weil sie an die Zukunft denken müssen.

Trotz Geldnot leistet man sich bei Philharmonia eine eigene Konzertreihe mit Musik unserer Zeit und eine große Messiaen-Retrospektive. Hat man dort einfach mehr Mut?
Dohnányi: Bei NDR gibt es auch eine Reihe mit neuer Musik und unterschiedliche Abos dieser Art. Aber hier muss eben alles sehr solide finanziert sein. Das hält manchmal ähnliche Planungen auf. In England kann es durchaus passieren, dass jemand sagt "Hupps, jetzt ist das Geld zuende." Und dann bittet man irgend jemanden, es springt irgendeiner ein. Und es gibt eben auch Situationen, wo die Musiker auf ihr Geld wochenlang warten. Keiner würde das machen, wenn es nicht aus Liebe zur Musik geschähe. Ein Geschäft ist es nicht. Die Existenzgarantie ist sehr viel weniger vorhanden als in unserem Land. Wenn ein Musiker z.B. einen Unfall hat, dann gibt es einen Fonds, bei dem das Orchester für ihn einsteht. Die machen das aus eigener Kasse. Es ist eine sehr andere Form von Leben und andere Form, an die Kunst heranzugehen. Aber, ich sage es immer wieder, man darf auch das subventionierte Kulturleben nicht unterschätzen in seinen Möglichkeiten.

Mit Jeffrey Tate ist jetzt ein guter Freund von ihnen aus London Chefdirigent des zweiten Hamburger Orchesters geworden. Werden die Orchester also in Zukunft mehr zusammenarbeiten?
Dohnányi: Was wollen sie da zusammenarbeiten? Man muss schon horchen, was die anderen machen. Ich würde keinen großen Mahlerzyklus machen, wenn Frau Young oder Jeffrey das auch tun. Aber sonst sind alle Betriebe so mit sich beschäftigt, dass da nicht viel Kooperation kommt. Außer, dass man mal eine spektakuläre Sache machen könnte: Vielleicht finden wir ja einen Weg, dass Frau Young, Jeffrey und ich Stockhausens "Gruppen" für drei Orchester machen. Wir haben in der Laeiszhalle eine eindeutige Begrenzung, es gibt große Werke, die wir dort nicht spielen können. Gerade solche des auslaufenden 19. Jahrhunderts und aus unserer Zeit. "Gruppen" z.B. geht eindeutig nicht. Deshalb habe ich dieses Werk auch immer erwähnt und erwähne es weiter, weil ich Sorge habe, dass so etwas vergessen werden könnte in der neuen Halle. Wir sollten darauf achten, dass die neue Halle so gebaut wird, dass man gewisse Stücke machen kann. Eine vernünftige Jacobsleiter z.B. können sie in der Laeiszhalle nicht aufführen.

In London ist eine Geigerin wie Midori im Moment Artist in Residence mit acht Konzerten, Videokonferenzen und Workshops. Bei uns ist sie höchstens für einen Tag auf der Durchreise. In Hamburg scheint das Bewusstsein dafür zu fehlen, was eigentlich alles möglich wäre.
Dohnányi: Da würde ich ihnen nicht total widersprechen, aber es sind total andere Umstände. Hamburg ist nicht London. Das Publikum, das Hamburg zur Verfügung steht, wird immer anders bedient werden müssen als das in London. Hamburg muss eine eigene Form finden, die das hiesige Kunstleben vitalisiert. Das hat es in Weimar, München oder früher mal in Mannheim gegeben. In vielen Belangen würden die Engländer sich die Finger danach schlecken, wenn sie im kulturellen Bereich so leben könnten wie wir. Es ist ja etwas Wunderbares an unserem Land, dass sie nur hundert Kilometer fahren müssen, um ein anderes Bild eines potenziell fantastischen kulturellen Lebens kennen lernen zu können. Ich glaube aber eines, und das sage ich immer wieder: Deutschland limitiert seine kulturellen Möglichkeiten dadurch, dass halbherzig investiert wird. Halbherzig. Das ist so, als ob sie im Badezimmer die Installation einrichten, aber kein Waschbecken und keine Toilette. Meinem Bruder habe ich immer gesagt: "Nimm Kultur als Naturkatastrophe, dafür ist immer Geld da." Wir haben in Deutschland in der Provinz die schönste kleinen Häuser stehen. Es ist doch sinnlos, die so zu beschneiden, dass die nichts mehr machen können, das stark genug wäre, um echten künstlerischen Eindruck zu hinterlassen. Nur die Gebäude zu erhalten, kann ja wohl nicht das Ziel sein.

Um es konkreter zu machen: Die Stadt Hamburg hat zwar ca. 120 Millionen - Tendenz steigend - für den Bau eines neuen Hauses, aber nur einen sehr bescheidenen Etat für die Musik, die darin stattfinden soll.
Dohnányi: Das ist aber überall so. Immer wieder warne ich vor diesen Dingen. Das Entscheidende ist die Machbarkeit. Es hat keinen Sinn, ein großes Haus zu bauen und dann kein Ensemble zu haben, dass sie bezahlen können. Es hat keinen Sinn, ein Opern- oder Konzerthaus zu bauen und am Schluss zu sagen, ich kann die Berliner Philharmoniker nicht bezahlen, weil das Geld zu knapp ist.

Unter den Veranstaltern und Intendanten, die sich in letzter Zeit dazu geäußert haben, war keiner, der Hamburgs Orchester für international konkurrenzfähig hält.
Dohnányi: Da irren die sich. Irren sich total. Ich kenne alle internationalen Orchester von Bedeutung. Alle. Ich dirigiere sie immer wieder und weiß, dass das NDR Sinfonieorchester da absolut mitspielen kann. Das angeblich nicht vorhandene 1a-Orchester bezieht sich auf die Verkaufbarkeit. 1a, das sind, was die Verkaufsfähigkeit angeht Berlin und Wien, z.B. Die großen Labels. Das NDR Sinfonieorchester ist ein sehr gutes Orchester und kann hervorragend spielen. Dass wir, was den Marktwert angeht, noch viel Arbeit vor uns haben, ist uns allen durchaus klar. Die Dinge hier zu verwechseln ist aber absoluter Mumpitz. Wo wäre denn da die neue Musik und deren "Marktwert" einzuordnen. Da sind sich der Intendant der Elbphilharmonie und ich völlig einig. Wenn man versucht, das bedeutende symphonische Repertoire auf- und auszubauen, mag das der eine oder - wahrscheinlich nur - der andere für zu konservativ halten. Ich betrachte diese Arbeit aber als eine sehr wesentliche Voraussetzung für ein erstklassiges Sinfonieorchester. Wer unsere Konzerte hier in Hamburg, in New York oder auf anderen Tourneen erlebt hat, weiß, dass wir auf dem richtigen Wege sind.

Interview mit Christoph von Dohnányi, Hamburg, den 5.4.2008
gekürzt abgedruckt in: "Welt am Sonntag" Hamburg-Teil, vom 20.4.2008

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Es ist ein weiter Weg zur Musikstadt
Mit der neuen Elbphilharmonie will Hamburg endlich im Konzert der großen europäischen Musikmetropolen mitspielen. Es dürfte aber schwierig werden, das erstklassige Angebot von Städten wie München oder Berlin zu erreichen

Hamburg wird europäische Musikmetropole", so lautet das Ziel, das der Senat in seinem Leitprojekt "Kulturmetropole Hamburg" prägnant formuliert hat. Was aber eine Metropole der klassischen Musik ausmacht, und wo Hamburg im Vergleich tatsächlich steht, hat man dabei nur selten gefragt. Generalintendant Christoph Lieben-Seutter, auf dem nun die meisten Hoffnungen ruhen, entfuhr so im "Hamburger Abendblatt" jüngst der Stoßseufzer: "Man erwartet hier den Messias." Grund genug, hochgespannte Heilserwartungen durch eine Bestandsaufnahme und einen Blick über den norddeutschen Tellerrand zu ersetzten.
Für den international tätigen Konzertunternehmer Peter Schwenkow etwa steht Hamburg heute aufgrund seiner begrenzten Saalkapazitäten als Konzertstadt im nationalen Vergleich hinter Berlin, Köln und München nur in der zweiten Reihe. Mit der Elbphilharmonie werden sich die Kapazitäten mehr als verdoppeln und die Stadt erhält ein architektonisches Juwel. Aus der Hamburger Innenperspektive gesehen, ist das ein echter Quantensprung. Im weiteren Umfeld betrachtet aber springt Hamburg hier lediglich auf einen fahrenden Zug auf.
Rund um den Globus, von Peking über Los Angeles bis Luxemburg, sind in den letzten Jahren spektakuläre Neubauten entstanden. München beschließt in diesen Tagen, ob man sich einen dritten Konzertsaal im historischen Marstall leisten will. Duisburg hat seine neue Mercatorhalle gerade eröffnet; Bochum hat sich entschieden, seine Symphonie zu bauen. Und auch in Bonn denkt man darüber nach, durch den Neubau eines Festspielhauses in die Reihe der europäischen Musikstädte aufzusteigen.
Zur Grundausstattung einer Musikstadt zählen neben den Saalkapazitäten die heimischen Orchester und Ensembles, die diese Säle zum größten Teil bespielen. Mit der Bemerkung, Hamburg habe "kein 1a-Orchester", hat Lieben-Seutter hier viel Staub aufgewirbelt. Dabei hat er nur festgestellt, was jeder Beobachter der Szene denkt und auch offen sagt, wenn er auf die hiesigen Empfindlichkeiten keine übertriebene Rücksicht nehmen muss. "Hamburg hat kein international konkurrenzfähiges Orchester", gab etwa der ehemalige Laeiszhallen-Geschäftsführer und heutige Intendant des Dortmunder Konzerthauses, Benedikt Stampa, in einer Podiumsdiskussion jüngst zu Protokoll.
Wie schnell der Puls einer musikalischen Weltstadt schlägt, kann man erfahren, wenn man sich die Londoner Orchesterszene anschaut: Royal Philharmonic Orchestra, Philharmonia, London Symphony Orchestra, London Philharmonic, BBC Symphony Orchestra nennt die Stadt ihr eigen. Hinzu kommen Spezialensembles für alte Musik wie die Academy of St. Martin in the Fields oder Neutöner wie die London Sinfonietta. Eine ähnliche Zahl von Spitzenensembles findet sich "auf dem Kontinent" wohl nur noch in Berlin. Eine Weltstadt, das ist aus der Sicht des Konzertgängers ein Ort, an dem man immer etwas verpasst.
Aber es geht auch ohne Hauptstadt-Hektik. München etwa hält sich zugute, gemessen an der Einwohnerzahl eine höhere Ensembledichte zu haben als jede andere Stadt. Die Trias von Münchener Philharmonikern, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und dem Bayerischen Staatsorchester sowie das Dirigententriumvirat aus Christian Thielemann, Mariss Jansons und Kent Nagano sind dabei das größte Pfund, mit dem die Konzertstadt München wuchern kann. Gut organisiert und was das Stadtmarketing betrifft auf der Höhe der Zeit haben sich die drei Klangkörper und das Tourismusamt der Stadt in der Initiative "Musikmetropole München" zusammengeschlossen.
Doch auch ein Blick auf die kleineren Ensemble gibt Aufschluss über das musikalische Klima einer Stadt. Biologen messen die Stabilität eines Ökosystems schließlich auch an den Überlebenschancen der bedrohtesten Arten. Was die mit viel Idealismus unterhaltenen Spezialensembles für neue Musik angeht, bietet sich nach einer Studie des Hamburger Instituts für kulturelle Innovationsforschung folgendes Bild: In Berlin gedeihen in dieser Nische 27 Ensembles, in Köln 16, in Stuttgart elf und im kleinen aber regen Freiburg neun. Hamburg bringt es dagegen nur auf vier von der Studie erfasste Ensembles. - Eine Studie zum Thema historischer Aufführungspraxis gibt es nicht, aber auch die alte Musik spielt tendenziell eher in Köln oder Freiburg.
Berlin, das nach den Worten seines Bürgermeisters "arm, aber sexy" ist, und Köln rühmen sich zudem einer regen freien Szene. Die gibt es in Hamburg auch, doch gilt für sie, was die Kampnagel- und Triennale-Doppelintendantin Amelie Deuflhard im April dem Magazin für Kulturmanagement sagte: "In Hamburg ist so wenig Geld für Kultur da, dass man das Gefühl haben kann, dass die frei produzierenden Künstler nicht mehr als einem Hobby nachgehen." - Die zu recht hoch gelobten Stiftungen der Stadt hat sie dabei schon mit eingerechnet.
Festivals nutzen die meisten Städte, um ihre Stärken zu unterstreichen und ihren besonderen Ruf zu festigen: München als Musiktheater-Stadt ist auf dem Festivalkalender mit den Opernfestspielen und der Biennale für neues Musiktheater präsent. Köln gedenkt seines Rufes als "Hauptstadt der neuen Musik" mit einer Triennale, bei der Zeitgenössisches und Jazz eine aparte Mischung eingehen. Leipzig hat den beiden großen Komponisten der Stadt je ein eigenes Festival gewidmet: Das "Internationale Bachfest" im Frühjahr und als "herbstliches Pendant" dazu die "Mendelssohn Festtage". Hamburg kommt bis dato auf der Karte überregional wahrgenommener Festspiele nur als Spielort des SHMF vor.
Als Theater- oder Konzertstadt im Rock und Pop-Bereich steht Hamburg unbestritten in der ersten Reihe. Es gibt keinen Grund, warum es nicht auch im Klassik-Bereich auf die Höhe seiner Möglichkeiten kommen sollte - außer einem allzu großen Missverhältnis zwischen schönen Worten, hochgespannten Erwartungen und den tatsächlich aufgebrachten Mitteln.

erschienen in: Welt am Sonntag, Hamburg-Teil, 23.9.2007

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"Ich habe nichts gegen Haie"
Seit Ende 2006 ist die Deutsche Entertainment AG mit ihrer Tochterfirma River Concerts auf dem Hamburger Veranstaltungsmarkt vertreten. Die DEAG Holding ist mit einem Jahresumsatz von 82,3 Mio EUR (2006) eine der größten Veranstaltungsfirmen Europas. Für DIE WELT sprach Ilja Stephan mit dem Vorstandsvorsitzenden Peter Schwenkow.

Auf welchen Feldern (Klassik, Jazz, Rock-Pop) soll River Concerts aktiv werden?
Schwenkow: Rock-Pop und Klassik. In dieser Reihenfolge. Wir wollen im Rock-Pop-Bereich in jedem Fall nicht in einen Wettbewerb mit existierenden Veranstaltern eintreten. Denn Wettbewerb heißt immer auch Wettbewerbskonditionen; und die Margen im Rock-Pop-Bereich sind ohnehin gering genug. Im Klassik-Bereich ist es sicher anders. DEAG Classic hat sich als Tourneeveranstalter für Klassik eindeutig die Marktführerschaft erarbeitet, und wir werden natürlich alle Konzerte, die wir nach Hamburg geben können, über River Concerts veranstalten. Vielleicht noch mal in Kooperation mit anderen Veranstalter - Hans Werner Funke geht ja jetzt in Rente.

Zum Portfolio Ihrer Deutschen Entertainment AG gehören u.a. André Rieu und eine Operettennacht. Wollen Sie in Hamburg leichte Muse anbieten, oder sich als Veranstalter im Hochkulturbereich profilieren.
Schwenkow: Wir werden am 14. September über 15 Tourneen bekannt geben. Ich denke, unser Anspruch kann sich sehen lassen. [Zum Portfolio der DEAG gehören u.a. Anna Netrebko, Lang Lang, Jewgenji Kissin, Sarah Chang, Diana Damrau, Elina Granca, Hilary Hahn, Dmitri Horostovsky, Jonas Kaufmann; Anm. der Redaktion]

Hamburgs größter privater Klassikveranstalter Funke war bisher hier Ihr Partner; in Zukunft werden sie Konkurrenten sein?
Schwenkow: Das sehen wir nicht so verbissen. Bis die Elbphilharmonie eröffnet ist, ist Hamburg im nationalen Vergleich ein gehandicapter Markt. Sie haben in der Laeiszhalle eine Kapazität, die man heutzutage gar nicht mehr bespielen kann, weil es nicht mehr als 1100 anständige Plätze gibt, die man auch verkaufen kann. Das kann man z.T. durch höhere Eintrittspreise in Hamburg kompensieren, aber solange die Elbphilharmonie nicht da ist - und für die bringen wir uns mit River Concerts natürlich in Stellung -, wird man bei der einen oder anderen Veranstaltung kooperieren.

Hamburg möchte "Musikmetropole" werden, wo sehen Sie Hamburg im nationalen Vergleich?
Schwenkow: Im Rock-Pop-Bereich ist Hamburg sensationell aufgestellt, z.B. mit der inzwischen 30. Saison von Karsten Jahnke im Stadtpark, da kann man wirklich alles sehen, was man will. Die Color-Line-Arena hat das ihrige getan. Im Klassik-Bereich ist es so, dass die Kapazität der schönen Laeiszhalle so gering ist, dass Hamburg nicht wie Berlin, Köln oder München in der ersten Reihe steht. Deshalb gibt es ja eine Elbphilharmonie. Wie der Intendant mit dem Thema der Bespielung umgeht, das werden wir in den nächsten Wochen und Monaten versuchen, genauer herauszufinden.

Hamburg hat kein eigenes großes Festival und der Generalintendant Christoph Lieben-Seutter hat sich mit der Bemerkung, es gäbe hier kein 1a-Orchester, viel Ärger eingehandelt.
Schwenkow: Wenn wir uns die Hitparade der Orchester angucken, kommen da auf Platz 3 glaube ich die Berliner Philharmoniker, auf Platz 2 die Wiener und davor das Concertgebouworkest - ich weiß nicht, wann das erste große Hamburger Orchester kommt. München ist mit Orchestern sicher auch besser bestückt. Ein Festival gibt es, das ist das Schleswig-Holstein Musik Festival - die Frage ist doch, wie kann man Hamburg als Musikstadt nach vorne bringen mit einem Festival, das den Namen eines Nachbarlandes trägt? Ich würde dringend dafür plädieren, dass Hamburg versucht, mit denen zusammen in irgendeiner Form ein eigenes Festival zu etablieren.

Ein Konzern von der Größe der DEAG schürt auch Ängste. Die "Neue Musikzeitung" hat Sie mal einen "Musikhai" genannt. Was würden Sie dem entgegnen?
Schwenkow: Danke für das Kompliment.

Sie sind der Leiter eines börsennotierten Unternehmens, dessen Geschäftsziel nicht künstlerische Werte, sondern Gewinnmaximierung und der Aktienkurs sind.
Schwenkow: Ich habe die Möglichkeiten, mit dem Geld meiner Anleger Künstler wie Anna Netrebko aufzubauen, an die ich glaube, und deren Aufbau andere sich nicht leisten können. Ich kann in Kunst und Kultur investieren, ich muss allerdings die Perspektive haben, irgendwann einen return zu bekommen. Das ist die "Hai-Argumentation". Eine Gegenfrage: Glauben Sie, dass Lang Lang, Anna Netrebko, Edita Gruberova und viele andere mit uns arbeiten würden, wenn sie nicht das Vertrauen hätten, dass ich sorgfältig mit dem umgehe, was ihre Kunst ist, dass ich ein Stück weit helfe, es nach vorne zu bringen, und dass ich es nicht auch irgendwo mögen muss, um es überzeugend zu vertreten? Ich habe nach draußen nichts gegen den "Hai", weil ich nach drinnen weiß, dass es anders ist.

erschienen in: Die Welt, Hamburg-Teil, 11.9.2007

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Musikalischer Außenposten
Den Hamburger Klassiksommer dominiert auch in diesem Jahr wieder das Schleswig-Holstein Musik Festival. In der Hansestadt finden allein 21 Konzerte statt. An eigenen Festspielen im Juli oder August hat der Senat kein Interesse

Sommerzeit ist Festspielzeit. Von Salzburg über Bayreuth, Luzern, Berlin, den Rheingau bis Eutin oder Hitzacker werben von Juli bis Anfang September landauf landab Städte und Regionen um die Gunst des Publikums und die Beachtung der Feuilletons. In Hamburg ist der Musiksommer die Domäne des Schleswig-Holstein Musik Festivals, das sich in diesem Jahr unter dem Titel "Spielraum Hamburg" in der Hansestadt so stark engagiert wie nie zuvor.
Insgesamt 21 Konzerte an 14 für ein Klassikfestival so illustren Spielstätten wie dem Club "Übel & Gefährlich", dem Terminal 1 des Flughafens, den Kammerspielen, dem Schuppen 52 oder der Norddeutschen Affinerie stehen auf dem Programm von Deutschlands zweitgrößtem Festival. Dank der Unterstützung potenter Sponsoren für eine groß angelegte Plakataktion ist das Schleswig-Holstein Musik Festival dabei auf den Litfasssäulen und in den U-Bahnschächten der Hansestadt massiv präsent. Kein Wunder also, dass SHMF-Chef Rolf Beck schon jetzt von einem vollen Erfolg reden kann, bevor sein Festival am 14. Juli offiziell beginnt: "Es ist uns in diesem Jahr wirklich gelungen, bewusst zu machen, dass Hamburg ein Teil des Programms des SHMF ist."
Und auch in der Hamburger Kulturbehörde freut man sich über Musikereignisse von Rang, die den schmalen Kulturetat mit keinem Cent belasteten. Die Kultursenatorin Karin von Welck erklärt: "Die 21 Konzerte des SHMF im ,Spielraum Hamburg' sind eine große Bereicherung für unsere Stadt." Generalintendant Christoph Lieben-Seutter sieht dies ebenso: "Ich freue mich über jedes hochkarätige Konzert in Hamburg. Dank SHMF gibt es in der Stadt auch in den Sommermonaten ein Konzertprogramm auf internationalem Niveau."
Warum sollte man die Schleswig-Holsteiner auch fürchten, wenn sie Geschenke bringen? Allerdings hat das Engagement des SHMF trotzdem seinen Preis, denn es ist verbunden mit dem erklärten Verzicht der aufstrebenden Musikmetropole auf ein eigenes Musikfest am wichtigsten Festivaltermin des Jahres. Auf die Frage, ob Hamburg nicht ein eigenes Festival brauche, antwortet Hamburgs Kultursenatorin: "Das wird Hamburg bestimmt bekommen. Nur eben nicht in der Sommerzeit. Warum nicht im Frühjahr, im Mai z.B.?"
Was Christoph Lieben-Seutter vor die Schwierigkeit stellt, eigene Festivalpläne allenfalls in der laufenden Opern- und Konzertsaison verwirklichen zu können. Auf die Frage, wie er an "Ausweichterminen" etwas Herausragendes etablieren will orakelt der Generalintendant: "In der Sommerpause werden wir unsere Säle vermieten und da ist das SHMF mit einem hochkarätigen Programm doch die perfekte Ergänzung und mir wesentlich lieber als z.B. eine Ensuite-Bespielung mit ,Stomp' oder ähnlichen austauschbaren Produktionen." Was nicht wirklich eine Antwort auf die Frage nach dem eigenen Gestaltungswillen ist. - Aber, in der Tat, welcher Verwalter freut sich nicht über seriöse und solvente Mieter?
Eine ebenso bezeichnende wie zutreffende Antwort auf die Frage, ob eine Musikmetropole es sich eigentlich leisten kann, unter dem Namen und dem Logo des ländlichen Nachbarn zu firmieren, gibt dagegen der Realist Rolf Beck: "Da müssen Sie mit Ihren Kollegen erst mal klären, ob Hamburg eine Musikmetropole ist." Irgendeine Form von Konkurrenz um die Lufthoheit in der klassischen Festivalzeit sieht Beck jedenfalls nicht: "Ich möchte wissen, mit wem ein Konflikt kommen soll. Im Sommer ist es seit eh und je so: Die Oper und das Theater haben zu. Die Elbphilharmonie wird eine gewisse Pause brauchen. Es ist ja kein Konflikt da, wenn man ihn nicht konstruieren will."
Bei der Vorstellung des "Spielraum Hamburg" hatte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen launig gewitzelt: "Wenn ich Schleswig-Holstein auf der Landkarte zeige, deckt mein Daumen Hamburg gleich mit ab." Beengt fühlt man sich unter dem Carstensenschen Daumen in der Hansestadt aber nicht: "Über die Beziehung zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein kann ich nichts sagen, erklärt der Hoffnungsträger des Hamburger Musiklebens, Christoph Lieben-Seutter. "Als Außenstehender ist es mir aber völlig egal, welcher Veranstalter hinter welchem Programm steht - es geht doch letzten Endes nur darum, dass möglichst viele außergewöhnliche künstlerische Ereignisse vor möglichst vollen Sälen stattfinden."
Dass Hamburg ein eigenes, herausragendes Musikfestival braucht, wird trotzdem von allen Seiten betont. Nicht nur das Wort vom "Alleinstellungsmerkmal" ist immer wieder in aller Munde, sondern Karin von Welck erklärt mit Blick auf die hanseatische Festivalwüste: "Im Grunde ist es erstaunlich, dass eine Metropole wie Hamburg so lange kein wirklich überregional wahrgenommenes Festival hatte." Und auch wenn alle Beteiligten das Wort "Konkurrenz" ängstlich meiden, stellt die Senatorin klar, dass Hamburgs Generalintendant sich behaupten soll: "Ich bin sicher, Christoph Lieben-Seutter wird seine Aufgabe hervorragend meistern und Hamburg - wenn man so will - musikalisch wachsen lassen. Wir haben Platz dafür. Wie sind schließlich eine Metropole."
An diesem Punkt rächt es sich allerdings, dass man in Hamburg bislang der Meinung war, eine Musikmetropole nur aus Sponsoren- und Stiftungsmitteln finanzieren zu können. Der Einzige, der gegenwärtig tatsächlich über die Mittel und die Macht gebietet, groß angelegte Projekte zu realisieren, ist NDR-Klangkörperchef und SHMF-Intendant Rolf Beck. Der aber hat ganz andere Pläne: "Für mich gibt es eine Vision, dass im Sommer im Norden nur ein Festival stattfindet." Und auch über diese Position denkt er schon hinaus: "Der Kulturraum Baltikum ist für die Zukunft das Interessante."
So weit ist es zwar noch nicht, aber Rolf Beck ist gewiss kein Träumer. Tatsache ist, dass sein Schleswig-Holstein Festival mitten im Herzen der wachsenden Stadt, in der Hafencity, den "Spielraum Hamburg" gerade sehr erfolgreich mit einem Ableger des "Musikfestes auf dem Lande" eröffnet hat. Spötter argwöhnen nun, dass man in Hamburg bald planen könnte, links und rechts der stolzen Hammaburg noch zwei schwarzbunte Holsteiner Rinder ins Stadtwappen aufzunehmen.

erschienen in: Welt am Sonntag - Hamburg-Teil, 1.8.2007

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"Die wissen noch nichts davon"
Hamburg im November: Neue Musik gebündelt

Hamburg - Lange Zeit galt die Hansestadt Hamburg in Sachen neuer Musik als "Null im Norden"; in einem 1994 erschienen, gleichnamigen Essay hatte der Publizist Peter Niklas Wilson diese Formel geprägt, und allzu viel Anlass, sie zu revidieren, bestand bis dato nicht. Das letzte große Vorzeigeprojekt in Sachen Gegenwartsmusik, Ingo Metzmachers "hamburger musikfest", wurde 2004 endgültig eingestellt. Viele kleinere Festivals in der freien Szene waren zuvor schon dem Kahlschlag der damaligen Kultursenatorin Dana Horáková zum Opfer gefallen. Und so hat Deutschlands zweitgrößte Stadt seit gut zwei Jahren gar kein Festival für neue Musik mehr vorzuweisen.
Dafür aber hat man in der Hansestadt umso größere Pläne. Seit die Idee zu einem rund 240 Millionen Euro teuren neuen Konzertsaal immer mehr Gestalt annimmt, hat der Senat die Losung von Hamburg als "Musikmetropole" ausgegeben. Dazu würde sicher auch eine rege Szene für neue, improvisierte und experimentelle Musik gehören, doch ist die bei einem städtischen Förderetat von EUR 35 000 für die freie Szene schwerlich zu haben. Wenn sich im November 2006 nun doch wieder Festivalaktivitäten regten, so verdankt sich dies vor allem den Initiativen von Einzelpersonen und dem Geld großer Stiftungen, die im reichen Hamburg einen Teil der Lücken füllen, die die Kürzung der städtischen Mittel hinterlassen hat.
Ein Multimediakongress, eine Musikmesse, drei Festivals und zwei Komponistenportraits fanden u.a. im November statt - und man hätte sich des ungewohnt reichen Angebots freuen können, wäre nicht vieles auf dieselben Termine gelegt worden. Die Hochschule für Musik und Theater organisierte vom 2. bis 4. November einen hochkarätig besetzen Kongress "Connecting Media" samt einiger Konzerte, bei dem sich Laptopmusiker und Multimediakünstler über die neusten Entwicklungen auf diesem Feld informieren konnten. Leider aber fand parallel zum Kongress auch die jährliche Messe des Verbandes für aktuelle Musik Hamburg (vamh) statt, auf der sich tummelte, wer in der freien Szene der Hansestadt an Computermusik und Artverwandtem interessiert ist.
Eine sinnvolle Bündelung der Kräfte stellte die vom Landesmusikrat und dem Institut für kulturelle Innovationsforschung (IKI) veranstaltete "Ensembliana" am 11. November dar. Parallel zur Jahrestagung der Gesellschaft für neue Musik trafen sich hier (fast) alle Hamburger Ensembles für neue Musik zu einer gemeinsamen Leistungsschau. Ein Nacht lang waren die von Minimal Music bis experimentellem Musiktheater reichenden verschiedenen Ansätze und Ästhetiken der in Hamburg ansässigen Ensemble zu erleben, darunter solche, die selten einmal live zu hören sind wie "Chaosma" oder "WireWorks" sowie das erst im Juli diesen Jahres mit Mitteln der ZEIT-Stiftung ins Leben gerufene "ensemble 21".
Im Vorfeld der "Ensembliana" wurde außerdem eine Studie des IKI vorgestellt, das die Situation aller 184 Ensembles für neue Musik deutschlandweit unter die Lupe genommen hatte. Hier zeigte sich, dass allenfalls 4 oder 5 Ensembles so professionalisiert sind, dass sie von ihren Einnahmen leben können, wogegen ca. zwei Drittel sich selbst um Management und Pressearbeit kümmern und für 2 bis 19 Konzerte im Jahr einen Etat von maximal 20 000 EUR zur Verfügung haben. Und auch das eklatante Nord-Süd-Gefälle wurde mit Zahlen belegt, wenn man etwa die 4 von der Studie erfassten Hamburger Ensembles (und je eines in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern) mit den 16 Kölner, 11 Stuttgarter oder 9 Freiburger Ensembles vergleicht.
"Hamburg von außen Impulse zuführen" war denn auch das erklärte Rezept des Berliners Thomas Schmölz, der mit Mitteln der Bundeskulturstiftung in diesem Jahr die "hamburger klangwerktage" ins Leben gerufen hat. Sinnvoll und nützlich war dabei vor allem die Grundkonzeption, Uraufführungen von acht jungen Komponisten aus Europa, den USA und Asien zu bringen, da der nicht-arrivierte Komponistennachwuchs in der Hansestadt seit Jahren schon kein Forum mehr hatte. Doch entsprach der Vielfalt der vertretenen Nationalitäten nicht unbedingt eine ebensolche Pluralität der Ansätze. Aus dem von Musikern der Internationalen Ensemble Modern Akademie sehr professionell vorgetragenen Programm ragte am ersten Tag einzig die Chinesin Lin Wang heraus, die in ihr Stück "BA YIN" den an Stimmflexionen reichen Gesangsstil und den feinen Sinn für Klangfarbe der traditionellen chinesischen Musik einbrachte.
Leider hatte auch Schmölz sein Festival, dessen beiden öffentlichen Konzerte am 24. und 25. November stattfanden, just in die Mitte zweier weiterer Veranstaltungen platziert: Der Komponisten-Portraits mit Augusta Read Thomas und Toshio Hosokawa im Rudolf-Steiner-Haus und eines freestyle-Festivals der Hamburger Künstlervereinigung "Katarakt", bei dem u.a. der New Yorker Minimal-Altmeister Phill Niblock eingeladen war. Dort fand sich am späteren Abend denn auch ein gänzlich anderes Publikum ein, von Leuten, die auf dem nahegelegenen Kiez eine Tour durch die Clubs machen, und die man kaum zur traditionellen Avantgarde-Klientel rechnen würde. "Hier gibt es ein großes Publikum für neue Musik, die wissen nur noch nichts davon", resümierte der Musikwissenschaftler und Sänger der Band "Jullander" Andi Schoon diese Perspektive der Publikumsentwicklung.
Angeschlossen an "klangwerktage" und "Ensembliana" waren mehrere Symposien, bei denen u.a. über die Zukunft der neuen Musik in Hamburg diskutiert wurde. Die wichtigste Zielvorgabe kam dabei von Staatsopern-Dramaturg Christoph Becher, der demnächst als persönlicher Referent dem neu ernannten Generalintendanten Christoph Lieben-Seutter zur Seite stehen wird. Es müsse "jeden Tag mindestens ein Neue-Musik-Konzert in Hamburg" geben, forderte Becher. Und der erste Schritt in diese Richtung wäre sicher eine bessere Selbstorganisation, denn vorerst bleibt das meiste, was sich in der lokalen Szene regt, weit unter der medialen Aufmerksamkeitsschwelle. Davon, dass man es sich schon leisten könnte, am gleichen Termin um das schmale Kontingent der Neue-Musik-Interessierten zu konkurrieren, ganz zu schweigen.

erschienen in: Neue Zeitschrift für Musik, Januar 2007

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Mit der Elbphilharmonie auf dem Weg zur Musikmetropole?
In diesem Monat beschäftigt sich die Kolumne u.a. mit der Frage, in welchen Bereichen Hamburgs positive Vorbilder für das Ziel einer "Musikmetropole" zu finden sind

Wer sich fragt, was Hamburg tun muss, um in den Rang einer Musikmetropole aufzusteigen, sollte sich auch einmal fragen, warum eine Stadt von der Größe und Wirtschaftskraft Hamburgs bisher keine solche war. Eine Metropole, das ist ein Ort, an dem sich in hoher Dichte Personen und Institutionen versammeln, die auf ihrem Gebiet Maßstäbe setzen. Die Metropole ist das Feld, auf dem der Wettstreit um die attraktivsten und zukunftsweisenden Konzepte ausgetragen wird; im Idealfall nicht, um den anderen vollends zu verdrängen oder gar in seiner Existenz infrage zu stellen, sondern schlicht, um sich mit einem eigenen ausgeprägten Profil zu behaupten. Schaut man auf die Gebiete, auf denen Hamburg heute einen Spitzenrang einnimmt, zeigt sich eben dieses Bild: Das Zweigestirn Schauspielhaus und Thalia, die Vielfalt von über 30 weiteren großen und kleinen Bühnen und eine rege freie Szene machen den Reiz der Hamburger Theaterlandschaft aus. Auch was die Kirchenmusik angeht ist Hamburg tatsächlich eine Metropole, weil an den großen Kirchen unabhängig voneinander (aber nicht gegeneinander) starke, unverwechselbare Akzente gesetzt werden. Hamburg ist eine Pop-Musik-Metropole und die "Hamburger Schule" war ein Begriff, u.a. weil mehrere Majors und nicht weniger als 130 Independent-Label hier davon lebten, ihr Ohr am Puls der Zeit zu haben.
Eine Metropole der klassischen Musik ist Hamburg nicht. Der private Konzertmarkt wird seit Jahrzehnten von ein und demselben Veranstalter beherrscht, dem zugleich die meisten der Hamburger Konzertkassen und das lange Zeit einzige Musik-Anzeigenblatt gehören. Der ehemalige Chef der Musikhalle, Benedikt Stampa, hatte hier mit eigenen Konzertreihen und alternativen Vertriebsmethoden für ein wenig Wirbel gesorgt - ist dann aber resigniert nach Dortmund abgewandert. Und im Bereich der drei großen Orchester gilt eine schon lange nicht mehr hinterfragte Rangliste als Status quo. Am unteren Ende dieser Rangliste hat der relaunch der Hamburger Symphoniker mit einem charismatischen Dirigenten und mutigen Programmen zuletzt immerhin für einige Bewegung gesorgt. Für das obere Ende der Rangliste hat der künftige Generalintendant Christoph Lieben-Seutter einen Blick über den norddeutschen Tellerrand gewagt, als er daran erinnerte, dass das NDR Sinfonieorchester eben nicht in derselben Liga spiele wie die Philharmoniker der Musikmetropolen Wien, Berlin oder New York. Doch ist der NDR im hiesigen Musikleben zumeist das Maß der Dinge, denn er ist nicht nur der größte Veranstalter im E-Musik-Bereich, sondern entscheidet als Sender und Medienpartner auch darüber, was in der Region bevorzugt über den Äther geht. Durch die Personalunion des NDR Klangkörperchefs Rolf Beck, der als Intendant zugleich das Schleswig-Holstein Musik Festival leitet, ist der NDR zudem eng mit dem größten Flächenfestival Norddeutschlands verbunden. Im Klartext: Hamburgs Metropolenträume hängen auch ab vom Plazet einer Vierländeranstalt, die ihre eigenen und die Interessen der Konkurrenz zu wahren hat.
Was aber, so muss man sich fragen, wäre denn eine Musikmetropole Hamburg, wenn nicht ein Leuchtturm auf dem platten Land? Ein Ort, wo Konzerte stattfinden, wie sie in dieser Qualität und Vielfalt im direkten Umfeld nicht zu finden sind. Ein Ort, an den man deshalb kommt, weil sich bestimmte Dinge so nur hier und nirgendwo sonst erleben lassen. "Alleinstellungsmerkmal" heißt dies im Wirtschaftsdeutsch, und alle Musikmetropolen, die diesen Namen verdienen, haben es in der einen oder anderen Form. Hamburg aber hat nicht einmal, was anderenorts state of the art ist. Wann z.B. hatte man hier zuletzt einen Composer-in-Residence? Wann wäre ein großer Interpret hier nicht bloß in einem Tag durchgereist? Wo ist das Musikfest, das Hamburgs Namen auf der kulturellen Landkarte verortet? Selbst Bremen ist uns da über, und für eine Neue-Musik-Festival musste man zuletzt gar nach Lüneburg oder Kiel fahren. All dies wird sich erst ändern, wenn es sich ändern muss. Die Notwendigkeit, sich zu bewegen, neues Repertoire, neue Konzertformen, Abonnementstrukturen, Musikvermittlungsangebote und Vertriebswege zu etablieren, wird sich aber erst dann ergeben, wenn es im fest gefügten Musikleben der Hamburg AG überhaupt wieder etwas zu gewinnen oder zu verlieren gibt.
Dabei gibt es durchaus Anlass zum Optimismus: Noch nie hat es in der Hansestadt z.B. so viele Initiativen von Musikern und Ensembles gegeben wie im Moment. Für den November standen allein drei kleinere Neue-Musik-Festivals und ein Multimedia-Kongress an; das Jenisch-Haus, der Medienbunker, das Kulturforum Altona oder die Zeise-Hallen sind als Veranstaltungsorte privat organisierter Konzerte und Reihen hinzugekommen. Manches mag noch randständig sein, und nicht alles wird sich halten, doch es ist der Boden auf dem eine lebendige Musikstadt gedeiht. Für die Oberliga aber führt kein Weg daran vorbei, dass die Stadt, die sich das Musikmetropolenthema auf die Fahne geschrieben hat, sich auch dafür engagiert. Nicht nur finanziell, sondern vor allem durch den offensiv vertretenen Anspruch, als eigenständiger starker Akteur im Konzertleben der Region aufzutreten. Diese Rolle kommt Hamburg als Trägerin eines traditionsreichen Philharmonischen Orchesters, zukünftig zweier Konzerthallen sowie erst noch zu gründender Festivals (z.B. einer lange angekündigten Triennale mit Musiksparte) nun einmal zu. Stellt man sich diesem Anspruch nicht, wird "Musikmetropole" in Hamburg auch weiterhin nur ein Wort bleiben.

erschienen in: concerti - Das Hamburger Klassikmagazin, November 2006

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Archipel verstreuter Inselchen
In Hamburg ist die Szene für neue Musik rege, aber zersplittert. Dem Experimentellen, Elektronischen und Improvisierten jenseits des üblichen Konzerterlebnisses fehlt bislang eine starke Lobby, um sich etablieren zu können.

Er wolle dazu beitragen, die Neue-Musik-Aktivitäten in Hamburg zu "vernetzen", damit aus dem Archipel verstreuter Inselchen eine "echte Szene" werde, sagte Musikhochschul-Präsident Elmar Lampson vor zwei Wochen der taz-hamburg. Wie nötig dies wäre, zeigt schon der Vergleich mit anderen (kleineren) Städten: Kiel hat sich gerade sein eigenes Neue-Musik-Festival, "Chiffren", geleistet; das Kölner Kulturamt unterhält mit "Experimentierfeld Neue Musik" und "Klangvisionen" gleich zwei eigene Reihen und nutzt außerdem Synergien mit den vor Ort ansässigen Sendern DLF bzw. WDR. Und in Hannover hat man zumindest seit 19 Jahren eine funktionierende und rege Gesellschaft für Neue Musik (HGNM).
In Hamburg dagegen bedarf es einiger Endeckerfreude und Abenteuerlust, wenn man auf der Suche nach Klängen und Erfahrungen jenseits des üblichen Konzerterlebnisses ist. Wer sich nicht scheute, die kälteste Nacht des Jahres in einem ungeheizten Betonklotz zu verbringen, konnte etwa am 27.12.05 in SKAM im ehemaligen Mojo-Club die faszinierende Mischung aus Improvisationen der Stimmartistin Ge-Suk Yeo und des Cellisten Wittwulf Y Malik mit computergenerierten Klängen und Overheadprojektionen von Kathrin Bethge bewundern. Wer sich nicht daran stört, in Qualm und durchgesessenen Sofas zu versinken, kriegt in der "Freitagsmusik" im Linken Laden Sofortkompositionen für Küchengerät oder "Raumstation" zu hören. Computerfreaks und Elektronikbastler haben ihre Heimstatt in der "Hörbar" im B-Movie; die GEDOK veranstaltet eigene Workshops und Konzerte für ihre Künstlerinnen, und wer die Hemmschwelle vor dem Betreten akademischer Institutionen überwindet, kann auch in Veranstaltungen des Studiengangs Multimedia-Komposition der Musikhochschule fündig werden. Die Szene fürs Experimentelle, Elektronische und Improvisierte in der Hansestadt ist rege - aber zersplittert.
Die Gründe dafür sind vielfältig: Zum einen haben entsprechende Festivals in Hamburg eine zu geringe Lebensdauer oder eine zu schlechte Lobby, um sich wirklich zu etablieren: Das "hamburger musikfest", wo man auch Sinn fürs Gewagte hatte, wurde den "Ostertönen" mit Brahms-Schwerpunkt geopfert; das "Real Time Music Meeting" für improvisierte Musik fiel bereits 2003 dem Rotstift der Kultursenatorin Horákóva zum Opfer, und das "Ausklang Festival" in der "Hörbar" musste in diesem Jahr erstmals ohne den bisherigen Zuschuss aus dem Kulturetat stattfinden. Zum anderen fehlt es der "Szene" aber auch an einem Zentrum, wie es Kampnagel für den Theater- und Tanzbereich ist, und vor allem an der entsprechenden Organisation. Seit Herbst 2004 gibt es einen "Verband für aktuelle Musik Hamburg" (vamh), der in den anderthalb Jahren seines Bestehens mit Unterstützung der Kulturbehörde eine Website (www.vamh.de) und eine Werbepostkarte auf den Weg gebracht hat.
Doch es gibt auch Lichtblicke: Für den kommenden April (19. - 30.4.) plant der vamh nun ein gemeinsames "blurred edges"-Festival aller Veranstalter für experimentelle Musik. - Ein Seitenblick auf die groß angelegte "clubtransmediale" für "abenteuerliche Musik und visuelle Künste" in Berlin zeigt, was aus solch einem Ansatz werden könnte. Von Synergien mit der größten ortsansässigen Sendeanstalt kann zwar nicht die Rede sein, aber immerhin gibt es beim FSK mit dem "Klingding" an jedem dritten Freitag im Monat von 22 bis 0 Uhr einen festen Sendeplatz. Und auch im Veranstaltungsbereich finden sich neue Orte und Player: Der Künstlerverbund "Weisser Rausch" hat im Medienbunker an der Feldstrasse eine neue Reihe "Bunkerrauschen" aufgelegt; das "ensemble Integralés" stellt in der Opera stabile seinen "link to today's music" vor; und in der Musikhochschule arbeitet man daran, einem Neue-Musik-Projekt namens "studio 21" samt eigenem Ensemble mit Hilfe der von der ZEIT-Stiftung dazu bereit gestellten EUR 180 000 wirkliches Leben einzuhauchen.

erschienen in: taz-Hamburg 13.3.2006

 

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