Konzerteinführungen und Moderationen
28. Oktober 2010, Forum für Wirtschaft und Kultur, Hamburg, zu Beethoven op. 106
22./23. Juli 2010, Rheingau Musik-Festival, Kaija Saariaho im Gespräch
27. März 2010, NDR Das Alte Werk, Hamburg, zu Bach: Johannespassion
20. Oktober 2009, NDR Das Alte Werk, Hamburg, zu Couperin: Les Nations
1. Mai 2009, St. Katharinen, Hamburg, Chr. Herndler, M. Maierhof und N. Gerszewski im Gespräch
17. April 2009, Katholische Akademie Hamburg, Georg Hajdu im Gespräch
31. Oktober 2008, Forum für Wirtschaft und Kultur, Hamburg, zu Schubert D 958 und D 960
29. Oktober 2008, Kulturkreis Halstenbek, Sofia Gubaidulina und Victor Suslin im Gespräch
21. Oktober 2008, NDR Das Alte Werk, Hamburg, zu Orlando di Lasso
18. Oktober 2008, Kunstraum Drochtersen-Hüll, Peter Ruzicka im Gespräch
19. September 2008, Kunstraum Drochtersen-Hüll, Beethoven im Blick der Moderne III
28./29. August 2008, Rheingau Musik-Festival, Toshio Hosokawa im Gespräch
5. Juli 2008, Kunstraum Drochtersen-Hüll, Beethoven im Blick der Moderne II
14. Juni 2008, Kunstraum Drochtersen-Hüll, Komponistenportrait Toshio Hosokawa
3. Mai 2008, Kunstraum Drochtersen-Hüll, Beethoven im Blick der Moderne I
5. März 2008, Forum für Wirtschaft und Kultur, Hamburg, zu Schubert D 959
23. Februar 2008, Kunstraum Drochtersen-Hüll, zu Beethoven op. 120
Seminare
Universität Hamburg Musikwissenschaftliches Institut
Einführung
in die historische Musikwissenschaft (Proseminar;
WS. 2004/2005; 2005/2006; 2006/2007)
So viel Musik wie
heute war noch nie. Musik berührt das Leben nahezu aller Menschen, und das
Angebot möglicher musikalischer Erlebnisse, Formen und Stile ist in den vergangenen
Jahrzehnten rasant gewachsen. Über den größten Teil der kanonisierten Musikgeschichte
verfügen wir in sorgfältig edierten Ausgaben; gleichzeitig und gleichberechtigt
existieren musikalische Welten unterschiedlichen historischen, geografischen
oder sozialen Ursprungs nebeneinander. Eine methodisch begründete Haltung
zu dieser Fülle zu finden, die Pflege des Alten und die Offenheit für das
Neue, stellt die größte Herausforderung an das Fach Musikwissenschaft dar.
Die Einführung richtet sich an Studierende im 1. Semester und an solche, die
die Grundlagen ihres Faches überdenken wollen. Vermittelt werden sollen mögliche
Perspektiven und Methoden im wissenschaftlichen Umgang mit Musik. Erlernt
werden sollen die Arbeitstechniken des Faches, insbesondere alle Schritte,
die zur Vorbereitung eines mündlichen Referats und zum Verfassen einer Hausarbeit
nötig sind: u.a. Bibliographieren, Bibliothekskunde, Exzerpieren, Materialablegen
und -ordnen, Gliedern, Zitieren, Erstellen von Fußnoten und Literaturangaben,
Korrekturgänge sowie die Durchführung von Internet-Recherchen.
Richard
Wagner: Der Ring des Nibelungen (Seminar; SS. 2006)
Geplant von einem
gescheiterten Sozialrevolutionär und ein Vierteljahrhundert später vollendet
durch einen etablierten Theaterunternehmer ist Richard Wagners Der Ring
des Nibelungen eines der komplexesten und widersprüchlichsten Werke der
Musikgeschichte. Nicht zuletzt deshalb hat Wagners mythisch-musikalische Weltdeutung
die gegensätzlichsten und heftigsten Gefühle mobilisiert, eine ganze Interpretationsindustrie
ins Leben gerufen und weit über das Feld des Kunsttheoretischen hinaus die
nachhaltigsten historischen Konsequenzen gehabt.
Gegenstand des Seminars sollen die Quellen und die Genese des Ring,
Wagners Dramen- und Gesellschaftstheorie in den so genannten Züricher Kunstschriften,
die Analyse ausgewählter Szenen/Aufzüge sowie unterschiedliche Interpretations-
und Inszenierungsansätze (Adorno, Lévi-Strauss/Chéreau) sein. Vorausgesetzt
werden Vorkenntnisse zu Dichtung und Musik des Ring sowie den wichtigsten
Fakten der Wagnerschen Biografie.
Ergänzend zum Seminar gibt es jeweils Donnerstags (Beginn 6. April) ab 17
Uhr in Raum 7 die Möglichkeit, den kompletten Ring in einer Videoproduktion
kennen zu lernen.
Geschichte
der Klaviervariation (Proseminar; SS. 2006)
Die Technik der
Variation ist eines der grundlegendsten musikalischen Gestaltungsmittel. Parallel
zur Entwicklung der Instrumentalmusik bildete sich ab dem 16. Jahrhundert
die Variationsreihe aber auch als ein eigenständiger Formtypus heraus. Ausgehend
vom Fitzwilliam Virginal Book und zwei Werken Sweelincks, über eine
Variations-Suite des Barock, Bachs Goldberg-Variationen, Beethovens opp. 35
und 120 bis hin zu den Klaviervariationen op. 27 von Webern und Rzewskis Variationen
über El Pueblo Unido Jamás Será Vencido! sollen die Geschichte der
Variationen für Tasteninstrumente nachgezeichnet sowie die verschiedenen Techniken
des Variierens analysiert werden.
Ergänzend zum Seminar ist ein Besuch der Sammlung historischer Tasteninstrumente
im Museum für Kunst und Gewerbe geplant.
Musikalische
Parodietechniken 1500 - 1750 (Seminar; SS. 2005)
Der Gedanke, ein
neues, eigenständiges und vollgültiges Kunstwerk aus der Bearbeitung eines
bestehenden Musikstücks zu gewinnen, erscheint unserem bis heute durch das
Originalitätspostulat des 19. Jahrhunderts geprägten Musikverständnis fremd.
Und doch ist die Geschichte der Musik von den Parodietechniken in Renaissance
und Barock über die Paraphrasen und Fantasien bei Liszt und Busoni bis hin
zu Boulez' "work in progress", Rihms "Übermalungen" oder den Cover-Versionen
der Pop-Musik auch die Geschichte der Verwandlung und Neukomposition von Musik
auf der Basis existierender Modelle.
Den Schwerpunkt dieses Seminars sollen Parodiemessen von Palestrina, Orlando
di Lasso und Scheidt nach verschiedenen Vorlagen (Chanson, Motette, Madrigal
und Geistliches Konzert) sowie das Weihnachtsoratorium von Bach bilden. Herausgearbeitet
werden soll die Entstehung und Ausdifferenzierung der Parodieverfahren sowie
der Unterschied von der Parodietechnik der Renaissance zur Entlehnungspraxis
im Barock.
Musik
und Mythos (Seminar; SS. 2004)
In seinen Mythen
verarbeitet der Mensch, was ihn am rohen Stoff der Welt beängstigt oder überwältigt,
indem er es in ein handhabbares Zeichensystem übersetzt. Der junge Nietzsche
sah in der Musik von Beethoven und Wagner die Macht, von der er sich die Geburt
eines neuen Mythos erhoffte. Für Claude Lévi-Strauss dagegen sind Mythen und
Musik durch strukturelle Ähnlichkeiten verbunden. Das gemeinsame Arbeitsprinzip
von Mythos und Musik, die Metamorphose, soll anhand verschiedener in Musik
gesetzter Variationen vor allem des Prometheus-Stoffes verfolgt werden - von
Beethovens "Die Geschöpfe des Prometheus" bis zu Nonos "Prometeo", der Auftakt
und Abschluss des diesjährigen Hamburger Musikfestes bilden wird.
Literatur
(Auszüge aus): H. Blumenberg: Arbeit am Mythos / C. Lévi-Strauss: Mythologica
I und IV. / F. Nietzsche: Die Geburt der Tragödie aus dem Geist der Musik
/ R. Wagner: Oper und Drama.
Die Symphonische
Dichtung (Proseminar; SS. 2004)
"Musik? Schön, aber
undeutlich." Diesem einschlägigen, von Arno Schmidt prägnant formulierten
Einwand gegen die Tonkunst wollte man im 19. Jahrhundert mit dem Konzept des
"Tondichters" beikommen, der seiner Musik durch die Verbindung mit den großen
Sujets der Weltliteratur oder der Bildenden Kunst eine ideelle Gerichtetheit
und Bestimmtheit zu geben suchte. In der Symphonischen Dichtung wird dieses
Verfahren zum Gegenstand einer musikalischen Gattung. Inhalt des Seminars
wird sein, den Wurzeln und der Geschichte der Gattung Symphonische Dichtung
nachzuspüren. Behandelt werden sollen: Vorläufer (Konzert-, Schauspielouvertüre);
kunsttheoretische Überlegungen (Essays bei Liszt und Berlioz) sowie musikalische
Strategien der Komponisten, z.B. "dichterisch" bedingte Abweichung vom Muster
Symphonie bzw. Sonatenhauptsatzform oder die Semantisierung von Klängen und
Verläufen.
Ziel des Seminars ist, Studierenden der Grundstufe an diesem anschaulichen
Beispiel eine Einführung in den Umgang mit gattungstheoretischen, formalen
und semantischen Kategorien zu geben.
Schreiben
über Musik (Übung; SS. 2004)
Aufgabe der Musikwissenschaft
ist vor allem die gedankliche Durchdringung und sprachliche Vermittlung von
Musik. Das Medium dieser Vermittlung ist zumeist der geschriebene Text. Die
Übung will anhand konkreter Aufgabenstellungen in die verschiedenen Arten
von Texten (z.B. wiss. Aufsatz, Lexikon- oder Zeitungsartikel, Programmtext,
Konzertkritik, Pressetext etc.) und ihre jeweiligen Erfordernisse einführen
sowie Maßstäbe für deren angemessene Umsetzung entwickeln.
Isang
Yun. Leben und Werk (Proseminar; SS. 2003)
Inhalt: Seine
Begegnung mit der westlichen Kultur hat der 1956 nach Europa übersiedelte
Koreaner Isang Yun als einen "Kampf auf Leben und Tod" bezeichnet. Im Spannungsfeld
zwischen europäischer Avantgarde und jahrhundertealter koreanischer Hofmusik,
zwischen Industriezeitalter und taoistischem Denken, hat Yun sich um einen
eigenen, von ihm als "kreatives Drittes" bezeichneten Weg bemüht. Seinen Niederschlag
findet dieser Weg ebenso in Yuns auf taoistischen Legenden beruhenden Musiktheater-Werk
wie in seinem moderne europäische Lyrik und altüberlieferte Texte aus Bibel
und Taoteking miteinander verbindenden Kantatenschaffen. Yuns Symphonien,
Quartette und Konzerte reflektieren asiatische Tonvorstellungen und Spieltechniken
ebenso wie Konzepte der Neuen Musik oder die altehrwürdigen Traditionen dieser
Gattungen.
Ziel: Da der inhaltliche Schwerpunkt der Seminararbeit auf Themen,
Materialien und Werken beruhen soll, die in der Forschung bisher kaum berücksichtigt
worden sind, ist die Suche nach neuen Aspekten und Perspektiven sowie die
Erstellung neuer Beiträge zur Yun-Forschung das erklärte Ziel des Seminars.
Arbeitsform: In
Abweichung von der üblichen Seminarform ist eine Verbindung von Vorlesung
und Forschungsseminar geplant. So sollen sich im Laufe des Semesters einzelne
Arbeitsgruppen in jeweils einen Aspekt von Yuns Leben und Werk, z. B. eine
Werkgruppe oder ungesichtete Materialien (Interviews), einarbeiten, um diesen
in eine präsentationsfähige Darstellung zu bringen. Die Doppelstunde wird
zweigeteilt in einen Vortrag des Seminarleiters und ein Kolloquium der Arbeitsgruppen.
Das Seminar steht auch Studenten der Koreanistik offen.
Musikalische Poetiken
(Seminar; SS. 2002)
Inhalt:
Musikalische Poetiken meint Texte, in denen Komponisten sich und anderen Rechenschaft
ablegen über die Grundlagen ihres Stils, ihres kompositorischen Werkzeugs
und ihrer ästhetischen Haltung. Mit dem Schwinden einer allgemeinverbindlichen
technischen Basis und der Krise der herkömmlichen ästhetischen Kategorien
in der Musik des 20. Jahrhunderts gewinnen solche Selbstentwürfe von Künstlern
zunehmend an Bedeutung. Auf Grund einer immer stärkeren Individualisierung
des Stils und der technischen Mittel wächst auch die Notwenigkeit zur Selbstbegründung
und -erläuterung, und bei vielen Komponisten wird die geschriebene und publizierte
Besinnung auf die Grundelemente ihrer Musik zum wichtigen Bestandteil ihres
Schaffens. Nach der Behandlung philosophischer Musikästhetiken im Wintersemester
2001/02 soll in der Folgeveranstaltung die grundsätzliche Offenheit und Unabschließbarkeit
des Phänomens Musik durch die Geschichte ausgewählter Musik-Entwürfe hindurch
verfolgt werden.
Arbeitsform: Vorgesehen ist eine Zweiteilung der Doppelstunde in einen
theoretischen Teil mit der Lektüre eines Textauszuges und einen praktischen
Teil mit der Analyse und Diskussion eines ausgewählten Stückes des betreffenden
Komponisten. Zu konkreten Fragestellungen der Texte und analytischen Aspekten
der Stücke werden 10-minütige Kurzreferate vergeben.
Themenliste
(Auszüge aus): F. Busoni: Entwurf zu einer neuen Ästhetik der Tonkunst / A.
Schönberg: Harmonielehre / C. Ives: Essays before a sonata / B. Bartók: Vom
Einfluss der Bauernmusik auf die Musik unserer Zeit / I. Strawinsky: Musikalische
Poetik / E. Satie: Schriften / J. Cage: Plädoyer für Satie; Die Zukunft der
Musik - Credo / H. Eisler: Materialien zu einer Dialektik der Musik / H. W.
Henze: Musik und Politik / K. Stockhausen: Momentform / B. A. Zimmermann:
Intervall und Zeit / H. Lachenmann: Musik als existentielle Erfahrung
Einführung in die Musikästhetik
(Seminar; WS. 2001/2002)
Inhalt: "Das Wesen
der Musik ist Offenbarung, es lässt sich keine Rechenschaft davon geben, und
eine wahre musikalische Kritik ist eine Erfahrungswissenschaft." Trotz Heines
Pessimismus sind die Musik und ihre Wirkung auf den Menschen seit Jahrhunderten
auch Gegenstand des philosophischen Nachdenkens gewesen - und zusammen mit
der Musik hat sich ebenso der begriffliche Apparat zu deren gedanklicher Durchdringung
reich entfaltet. Anhand ausgewählter Primär-Texte von Philosophen, Musikkritikern
und Soziologen sollen verschiedene mögliche Positionen, Herangehensweisen
und Schulen des reflektierenden Umganges mit Musik vorgestellt werden. Das
Ziel der Veranstaltung ist es, die Teilnehmer mit grundlegenden Begriffen
und einschlägigen Argumentationsfiguren im Reden und Nachdenken über Musik
vertraut zu machen. Erkundet werden soll die Möglichkeit eines begründeten
Urteils über Musik, also des Versuches, in stimmigen Worten etwas Wesentliches
über eine unbegriffliche und ungegenständliche Erfahrung auszusagen.
Als Arbeitsform sind ca. 10-minütige Kurzreferate zu ausgewählten Textpassagen
und fest umrissenen Fragestellungen vorgesehen, die als Argumentationsgrundlage
der Besprechung konkreter musikalischer Werke aus verschieden Stilen und Epochen
dienen.
Themenliste (Auszüge aus): I. Kant: Kritik der Urteilskraft / J. G. Herder:
Viertes kritisches Wäldchen /
G. F. W. Hegel: Vorlesungen über die Ästhetik / E. Hanslick: Vom Musikalisch-Schönen
/ F. Nietzsche: Die Geburt der Tragödie aus dem Geist der Musik / E. Bloch:
Zur Philosophie der Musik / Th. W. Adorno: Philosophie der neuen Musik, Einleitung
in die Musiksoziologie / R. Scruton: The Aesthetics of Music
Symposien
Yun im Kontext. Europa/Berlin
Symposion vom 8. - 11. November 2007 in Berlin
Veranstalter: Universität der Künste Berlin/Internationale Isang Yun Gesellschaft
e.V.
Moderation: Sektion I Europäische Gattungstraditionen
Isang Yuns Musik und
ostasiatische Kultur
Internationales Symposion vom 1. - 3. November 2005 in Tongyoeng
Veranstalter: Goethe-Institut Seoul
Vortrag: Kontinuität als Schaffensprinzip. Über zyklische Zusammenhänge im
Werk von Isang Yun
Musik verbindet Deutschland
und Japan in Vergangenheit und Gegenwart
Internationales Symposion am 27. Juli 2005 in Kiel
Veranstalter: Deutsch-Japanische Gesellschaft Schleswig-Holstein / Deutsch-Japanisches
Zentrum Berlin Vortrag: Die Rezeption der japanischen Musik in Europa
Von Asien nach Europa:
Der Komponist Isang Yun
Internationales Symposion vom 1. - 4. November 2001 in Leipzig
Veranstalter: Internationale Isang Yun Gesellschaft in Zusammenarbeit mit
der Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" Leipzig
Vortrag: Rückschritt - Fortschritt? Isang Yuns Werke 1987 - 1994
Der Komponist Hans
Werner Henze
Internationales Symposion vom 28. - 30. Juni 2001 in Hamburg
Veranstalter: Musikwissenschaftliches Institut der Universität Hamburg und
NDR "das neue Werk" mit Unterstützung der DFG
Vortrag: Los Caprichos - H. W. Henzes Orchesterfantasie nach Goya
Asien - Korea - Yun
Internationales Symposion vom 1. - 7. November 1999 in Stuttgart
Veranstalter: Internationale Isang Yun Gesellschaft in Zusammenarbeit mit
der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart
Vortrag: Formale und semantische Strategien im Werk Isang Yuns