Ilja Stephan Musikpublizist

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"Wer Ohren hat, der höre"
Katholische Akademie Hamburg
Dienstag, 22. April 2026, 19:00

Franz Schmidts Oratorium „Das Buch mit sieben Siegeln“

Das Oratorium „Das Buch mit sieben Siegeln“ des österreichischen Komponisten Franz Schmidt (1874 1939) ist die wohl bedeutendste Vertonung der Johannes-Apokalypse. Zwei Aufführungen des monumentalen Werkes in der Elbphilharmonie sind der Anlass, dem Zusammenspiel von Zeitgeist und apokalyptischem Denken nachzuspüren. Schmidt wählte für seine Annäherung an das Buch der Offenbarung, wie er selber sagte, den „Standpunkt des tiefreligiösen Menschen und Künstlers“. Doch sein Oratorium bildet das theologische Programm des letzten Buches der Bibel nicht einfach nur ab. Entstanden 1936/37 am Vorabend von „Anschluss“ und Zweitem Weltkrieg spiegeln Text und Musik von „Das Buch mit sieben Siegeln“ eindrücklich das Endzeit- und Bedrohungsgefühl der damaligen Menschen – aber auch deren Anfälligkeit für die falschen Heilsversprechen des Totalitarismus.

Es diskutieren der Theologe Dr. Johann Hinrich Claussen und der Musikwissenschaftler Dr. Ilja Stephan